Gerald Clayton spielte mit Künstlern wie Roy Hargrove, Diana Krall, Ambrose Akinmusire, Charles Lloyd und Ravi Coltrane, sein im April erscheinendes neues Album verspricht ein spannendes Experiment zu werden.
Gerald Clayton(c) Ogata
27.02.2025
Den 11. April dürfen sich Fans des Jazz-Pianos fett im Kalender anstreichen, denn dann veröffentlicht Gerald Clayton mit seinem dritten Blue-Note-Album sein bislang vermutlich ungewöhnlichstes Werk. Auf “Ones & Twos“ wird er nicht nur am Klavier zu hören sein, sondern auch an Rhodes, Orgel, Kinderklavier und Synthesizer. Mit ihm sind Vibraphonist Joel Ross, Flötistin Elena Pinderhughes, Trompeter Marquis Hill und Schlagzeuger Kendrick Scott mit Post-Postproduktion von Kassa Overall zu hören.
”‘Ones & Twos‘ ist ein Experiment – eine Idee, die von der DJ-Kunst des Schallplatten-Auflegens inspiriert ist“, sagt Clayton. “Mir schwebte ein Album vor, bei der die A-Seite gleichzeitig mit der B-Seite abgespielt werden kann – eine Anspielung auf den Moment im Club, in dem der DJ von einem Song zum nächsten wechselt und man zwei separate Stücke gleichzeitig hört.“
”Ones & Twos“ auf wird auf LP, CD und digital wie üblich aus Einzeltracks bestehen, der Titel "Angels Speak“ ist schon jetzt veröffentlich worden und vermittelt einen ersten Eindruck von der Klangästhetik des Albums. Später dieses Jahr wird Gerald Clayton dann in einem zweiten Schritt die kombinierten, überlagerten Tracks veröffentlichen und damit das Endergebnis seines Experiments enthüllen. Clayton: "Ist es möglich, dass zwei verschiedene Melodien harmonisch nebeneinander existieren? Wird die eine unweigerlich zur Gegenmelodie der anderen – zur Unterstützung der dominanteren Melodie? Was lehrt uns das Experiment über das Zusammenleben im weiteren Sinne?“ Eine spannende Fragestellung, die weit über die Welt der Musik hinausgeht.
Bells On Sand (LP)
VÖ: 01. April 2022
Gerald Clayton
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Bells On Sand (Ltd. Cream White LP)
VÖ: 01. April 2022
Gerald Clayton
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Rillen für Hinhörer – Gerald Clayton auf dem Plattenteller
Gerald Claytons zweites Blue-Note-Album “Bells On Sand” gibt es als schwarze LP und als exklusive transparente Sonderedition.
JazzEcho-Plattenteller: Gerald Clayton "Bells On Sand" (Blue Note Records)
Vinylfreunde wissen: die Güteklasse einer LP zeigt sich besonders bei leiseren, klanglich zurückgenommenen Einspielungen. Um eine solche handelt es sich beim neuen Album von Pianist Gerald Clayton, “Bells On Sand”. Die zehn Stücke darauf, überwiegend Eigenkompositionen, sind oft von einer ebenso betörenden wie schlichten Innigkeit geprägt. Die Musik scheint förmlich zu atmen, entfaltet sich behutsam und in sanften Wellen, die gelegentlich aber auch kunstvoll gebrochen werden.
“Der Ton dieses Albums ist lyrisch, balladesk und faszinierend persönlich, vor allem auch auf 180g Vinyl”, schreibt Ralf Dombrowski in der Stereoplay. Wer das auf dem eigenen Plattenteller nachprüfen möchte, hat die Qual der Wahl zwischen zwei LP-Ausgaben, die sich allerdings nur im verwendeten Vinyl unterscheiden: neben der Standard-Edition in schwarzem Vinyl gibt es exklusiv im JazzEcho-Store auch eine Pressung in transparentem Vinyl.
Dass es Clayton bei seiner zweiten Blue-Note-Einspielung sozusagen um “Klasse statt Masse” ging, zeigt sich auch daran, dass er die drei Musiker, von denen er diesmal tatkräftige Unterstützung erhält, oft im Duett mit seinem Piano einsetzt und ihnen viel Raum zur Entfaltung einräumt: Mentor Charles Lloyd am Tenorsax, Vater John Clayton am gestrichenen Kontrabass und Schlagzeuger Justin Brown, der bereits seit 2009 Geralds verlässlicher Weggefährte ist. Auf zwei Titeln kommt die junge portugiesische Sängerin und Songschreiberin Mariana Brito da Cruz Forjaz Secca, kurz Maro genannt, hinzu. Mit ihrer leicht rauchigen, aber engelsgleichen Stimme setzt sie Glanzlichter auf den Titeln “Damunt de tu Només les Flors” und “Just A Dream”.
Auf drei Stücken präsentiert sich Gerald Clayton als Klaviersolist. Zunächst interpretiert er raffiniert und auf sehr unterschiedliche Weise zweimal den von Leo Robin, Richard A. Whiting und Newell Chase komponierten Standard “My Ideal”. Und dann lässt er das Album mit “There’s Music Where You’re Going My Friends” solo ausklingen. Das Stück, in dem er Elemente von Blues, Spiritual und Gospel vermischt, stammt aus der Feder seines im Dezember 2020 verstorbenen Onkels Jeff Clayton, einem Altsaxofonisten und Flötisten, mit dem er einst in der Familienband The Clayton Brothers zusammenspielte.